Holunder

 

Holunder - der gute Hausgeist

 

Ein Holunderstrauch ist zur Blütezeit eine Zierde jeder Wildsträucherhecke. Schon lange ist er als Kulturbegleiter an alten Bauernhäusern anzutreffen und wurde früher sogar als Apotheke der Bauern bezeichnet, da alle Teile des Busches in der Volksmedizin Gebrauch fanden. Man verwendete beispielsweise die Blüten gegen Grippe, den Saft der Beeren bei Herpes und die Blätter bei Prellungen.

 

Die Inhaltsstoffe der Holunderbeeren sind gesundheitsfördernd, sollten allerdings nie roh gegessen werden.

Im August und September beginnen die an Vitamin C und an Kalium reichen Beeren zu reifen. Die Beeren sind nach dem Abkochen oder Vergären essbar, hauptsächlich werden sie zu Fruchtaufstrich und Saft verarbeitet.  Unreife und rohe Früchte sind leicht giftig, sie verursachen Übelkeit und Brechreiz.

 

Die Mystik des "Hollerstrauchs"

 

Dem Holunderstrauch wurden sowohl unheilvolle als auch heilvolle Eigenschaften nachgesagt. So zeigte das Verdorren eines Strauches den Tod eines Familienmitglieds an. Der Holunder galt als Abwehrmittel gegen schwarze Magie und Hexen, er schützte vor Feuer und Blitzeinschlag, vor Schlangenbissen und Mückenstichen. Auch beherberge er wohlgesinnte Hausgeister, was den Strauch in vielen Hausgärten heimisch werden ließ.

 

Kennen Sie Frau Holle?

 

Der Holderbusch war auch der Sitz der Göttin Holder oder Holla im Märchen "Frau Holle", die das Leben der Pflanzen und Tiere beschützte. Deshalb brachten ihr die Germanen unter einem Holunderbaum ihre Opfer dar. Da sie die germanische Hauptgöttin ist, hatte sie bei weitem mehr Bedeutung als es im Märchen der Gebrüder Grimm beschrieben ist. Dort könnten übrigens die Schneeflocken bzw. das Gold die weißen Blütensternchen des Holunders sein und das Pech die dunklen Beeren, deren Flecken auf der Kleidung ja wirklich kaum mehr rausgehen!