Gänsezeit

 

Jetzt heißt es wieder "Gänse marsch!"

 

In der kühlen Jahreszeit schmecken deftige, gehaltvolle Gerichte besonders gut. Zu bestimmten Anlässen darf es dann gerne auch aufwändiger in der Zubereitung sein. Zum Beispiel ein knuspriger Gänsebraten mit traditionellen Beilagen wie Rotkohl und Semmelknödel.

 

Warum wird zum Martinstag die Martinsgans serviert?

 

Gerne wird die Legende vom heiligen Martin von Tours erzählt. Entgegen seinem Willen drängte das Volk der französischen Stadt darauf, Martin zum Bischof zu weihen. Dieser hielt sich für unwürdig und versteckte sich in einem Gänsestall. Die Gänse haben aber so laut geschnattert, dass Martin gefunden wurde und geweiht werden konnte. Seither geht es den Gänsen durch ihren Verrat an den Kragen.

Zum Gedenken an den heiligen Martin ziehen Kinder noch heute am 11. November - dem Martinstag - mit ihren selbst gebastelten Laternen durch die Straßen und erinnern an das Licht, das er durch seine Nächstenliebe in die Welt brachte.

 

Wahrscheinlicher für die Tradition des Gänse-Essens ist aber der Kreislauf des Bauern- und Kirchenjahres. Im Mittelalter fing am 11. November die 40tägige vorweihnachtliche Fastenzeit an. Am letzten Tag vor Beginn des Fastens durften die Menschen noch einmal richtig schlemmen und fettreich essen – Gänsebraten. Der Herbst wurde mit einem festlichen Essen verabschiedet, bevor die Winterzeit begann.

Gänse sind aufmerksame "Wächter"

 

 Rezepte mit ganz viel Gans 

 

Ich geh' mit meiner Laterne...

 Der Liedtext

 

Laternenkind am Martinstag

Zugleich war der Martinstag der Termin für Pachtzahlungen der Bauern an die Grundherren. Dabei wurde nicht nur Geld, sondern auch Getreide und Gänse abgegeben. Zudem wurden an St. Martin die Mägde und Knechte entlassen, da im Winter weniger Arbeit auf den Höfen anfiel. Das Gesinde bekam oft eine Gans geschenkt.

 

Woher kommt die Weihnachtsgans?

 

Alle Jahre wieder erscheint die Weihnachtsgans erneut auf dem festtäglichen Speiseplan in Wohnzimmern und Gaststätten. In zwei Drittel der deutschen Haushalte steht an Weihnachten traditionell die gebratene Gans auf dem Tisch. Erst nach dem 16. Jahrhundert gelangte dieser Brauch von England nach Deutschland. Der Legende nach war die englische Königin an einem Heiligen Abend beim Gänse-Essen als sie die Nachricht erhielt, dass die feindliche spanische Schiffsflotte besiegt worden war. Dadurch wurde die Gans als Festtagsschmaus populär.

 

Festtagsbraten mit gutem Gewissen

 

Die Stammform der Hausgans ist die Graugans. Wegen ihres fetten Fleisches, der zarten Brust und der delikaten Leber wurde sie bereits von den alten Ägyptern gezüchtet. Hauptsaison für Gänsefleisch sind die Monate Oktober bis Januar. Das Fleisch von Tieren die älter als ein Jahr sind, ist weniger schmackhaft als das junger Gänse.

Kaufen Sie Ihre Gans direkt beim Landwirt auf dem Bauernhof.
Hier können Sie die Haltungsbedingungen der Tiere sehen.

Die meisten Gänse die im Handel angeboten werden, sind aus Polen, Tschechien und Ungarn importiert.