Birnen

 

"... und die Birnen leuchteten weit und breit ..."

 

Jetzt gibt die Spätsommer- und Herbstsonne den Birnen den letzten geschmacklichen Schliff. Süß und saftig reifen sie zur Zeit an den Bäumen heran. Hierzulande steht die Birne im Schatten des Apfels. Birnen stellen an das Klima höhere Anforderungen als Äpfel, sie sind in der Blüte sehr kälteempfindlich. Deshalb hat der Birnenanbau in unseren eine vergleichsweise geringe Bedeutung.

Von August bis Ende Oktober werden in Deutschland Birnen geerntet. Heimische Birnen können durch die so genannte CA-Lagerung – dabei wird die Umgebungsluft optimal reguliert - bis in den März hinein im Handel angeboten werden. Nach ihrem Erntezeitpunkt werden Birnen in Frühsorten (Genussreife am Baum) und Spätsorten (Genussreife erst nach der Ernte) unterteilt. Die Birnenfarbe reicht von grün über gelbgrün bis gelb, einige Sorten sind sogar teilweise gerötet.

Birnen besitzen ein Kerngehäuse und zählen damit neben Äpfeln und Quitten zum Kernobst. Der Birnbaum liefert ein begehrtes, harmonisch gemasertes Möbelholz, das sehr hart ist und eine seidig schimmernde Oberfläche hat.

 

Birnen in der Küche

 

Aussehen, Geschmack, Aroma und Saftigkeit der Birnen sind stark von der einzelnen Sorte abhängig. Beliebte heimische Birnensorten sind Alexander Lucas, Clapps Liebling, Williams Christ und Gute Luise.

Die Hälfte der in Baden-Württemberg geernteten Birnen wird roh gegessen. Der Rest wird überwiegend zu Nasskonserven (Birnen in Dosen) verarbeitet. Die im Streuobstbau verbreiteten kleinfruchtigen Sorten gehen überwiegend in die Saftverarbeitung. Für die Herstellung des in Schwaben beliebten alkoholhaltigen Mostes werden sie zusammen mit Mostäpfeln vergoren. Aus speziellen Sorten wird Schnaps hergestellt, der bekannteste Birnenschnaps ist der Williams Christ.

Birnen schmecken nicht nur in Kuchen. Als fruchtige Beilage zu Fleischgerichten geben sie diesen eine besondere Note. Auch werden sie als Trockenobst konserviert. Birnen eignen sich zur Verarbeitung als Kompott, Konfitüren und Gelees. Getrocknete Birnen (Hutzeln) werden in der Weihnachtszeit mit Teig zu Hutzelbrot verbacken. Zu weltbekanntem kulinarischem Ruhm hat es die "Birne Helene" gebracht, sie rundet jedes feine Menü ab.

 

Reife Birnen am Baum 

 Rezepte mit Birnen 

 Heimische Birnensorten 

 

Ein alter Streuobst-Birnbaum im Herbst

 

"Herr von Ribbeck auf Ribbeck im

Havelland,

Ein Birnbaum in seinem Garten stand,

Und kam die goldene Herbsteszeit

Und die Birnen leuchteten weit und

breit..."

 Das komplette Gedicht von Theodor Fontane

Die maximale Lagerdauer bei Birnen ist sehr sortenabhängig. Reife Birnen werden schnell überreif. Sie sollten daher kühl aufbewahrt und innerhalb weniger Tage verzehrt werden. Zudem sind sie sehr druckempfindlich.

Die Birne enthält im Vergleich zum Apfel weniger Fruchtsäure und schmeckt deshalb bei ähnlichem Zuckergehalt süßer. Sie sind sehr gut für Babybreie geeignet. Dieses Obst ist reich an Kalium, Kalzium sowie Vitamin B und Folsäure. Birnen enthalten viele Ballaststoffe, sind daher leicht verdaulich. Durch ihren hohen Wasser- und Kaliumgehalt sollen sie bei Nieren- und Blasenproblemen helfen. Außerdem soll der Phosphoranteil in den Birnen die Nerven stärken.

 

Äpfel nicht mit Birnen vergleichen?

 

Ein altes Sprichwort sagt, man sollte Äpfel nicht mit Birnen vergleichen. Doch warum nicht? Birnen sind mit Äpfeln verwandt, reifen zur selben Saison und lassen sich bezüglich Geschmack, Form, Herkunft und Beliebtheit beurteilen. Gemeint ist im geflügelten Wort, dass Dinge miteinander verglichen werden, die jedoch gar nicht vergleichbar sind. Gerade die Unterschiedlichkeiten werden voran gestellt. Ein Apfel, bleibt ein Apfel und eine Birne eine Birne. 

Birne und Apfel gelten bisweilen auch als Paar. Die Birne symbolisiert dabei das männliche, der Apfel das weibliche Geschlecht. Fitness-Studios, Apotheken, Frauenzeitschriften und Anbieter von "Diätprodukten" profitieren von der Entdeckung des "Apfeltyps" und "Birnentyps". Hierbei wird die individuelle Körperfettverteilung des Menschen gesundheitlich bewertet. Fazit: als "Apfel" lebt man riskanter.